anneliese michel

Der Exorzismus der Anneliese Michel

Der Fall der Anneliese Michel hat für großes Aufsehen gesorgt sogar weit über die grenzen Deutschlands, das traurige Schicksal der Anneliese Michel wurde mehrmals verfilmt und veränderte für immer den Umgang der Kirche mit dem Thema Exorzismus.

Familie Michel

Die tiefe Gläubigkeit liegt dabei schon weit in der Familie zurück, so kam Josef Michel bereits aus einer alteingesessen Handwerkerfamilie Klingenbergs. Seine drei Schwestern wurden alle Nonnen und Josef selbst hätte Priester werden sollen. Doch dann kam der Krieg und zog Josef zur Wehrmacht ein. Er hatte in den Kriegsjahren mehre Einsätze an der West und Ostfront, trotz dieser Einsetze überlebte er den Krieg und kam 1945 aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft zurück. Er legte danach die Meisterprüfung als Zimmermann ab und übernahm den Betrieb der Eltern.

Anna Michel kam auch aus einer tief katholischen Familie und lernte Josef im Büro ihres Vaters kennen, die Heirat wurde dann schlussendlich von der Großmutter arrangiert, weil es hier einen kleinen Skandal gab. Anna Michel hatte bereits ein uneheliches Kind, wobei es Gerüchte im Dorf gab das, dass Kind aus einer Beziehung mit einem Geistlichen kam. Es wurde allerdings nie bestätigt, das Kind verstarb 1956 an einem Nierentumor, 6 Jahre nachdem Anna und Josef geheiratet hatten 1950.

Anneliese wurde zwei Jahre später geboren 1952 als erstes gemeinsame Kind von Anna und Josef, Sie wurde nach ihrer Mutter benannt, ihre drei Schwestern Barbara, Gertrude und Roswitha kamen 1954, 1956 und 1957 zur Welt.

Familie Michel (Anneliese Michel link im Blumenkleid)

Religion

Sie war schon als Kind und junges Mädchen sehr kränklich und wuchs in einen sehr katholischen Haus auf und dabei ging es nicht nur darum sonntags in die Kirche zu gehen. Man könnte eher sagen, dass die Familie Michel extrem Religiös war, so ging die Familie mehrmals die Woche zur Kirche und kleine Sünden der Mädchen wurden teils sehr hart bestraft so das Anneliese teilweise Stundenlang im Flur liegen musste.

Es lag auch teilweise daran das die tief religiöse Großmutter oft die volle Kontrolle über die Mädchen hatte, während Anna und Josef im Betrieb arbeiteten. Ansonsten war Anneliese ein normales Mädchen, das die Volksschule in Klingenberg besuchte und dabei Mitglied im Sportverein war, sowie Klavier und Akkordeinunterricht erhielt. Sie war zu dieser Zeit war auch sie schon Religiös geprägt und ging mehrmals wöchentlich zur Messe, betete Rosenkränze und schlief oft im Flur zur Sühne für andere. Sie wurde als introvertiert und sehr Fromm beschrieben, sie führte oft religiöse Gespräche aus Überzeugung.

Krankheit

Die Dinge veränderten sich allerdings im September 1968 im Alter von 16 Jahren, als sie neben ihre Freund saß und plötzlich kurze Zeit ohnmächtig wurde, sie meinte dazu das sie einfach überarbeitet war und sich ausruhen musste. Doch später in der Nacht wurde sie wach aber konnte sich für mehrere Minuten nicht bewegen oder sprechen. Das Ganze hat ihr einen Schrecken gemacht, sie erzählte es ihrer Mutter. Ein Jahr später passierte der Vorfall noch einmal, sie hatte tagsüber eine kurze Ohnmacht und in der Nacht kam es zu einer Schlafparalyse, sie erzählte es wieder ihrer Mutter und dieses Mal macht die Mutter einen Termin bei einem Arzt dieser stellte einige Fragen und machte ein paar Tests die jedoch alle normale werte ergaben, er konnte so weit nichts finden und stellt die Diagnose auf „zerebrales Anfallsleiden“ also epileptische Anfälle.

Als würde das nicht schon genug sein kommt es noch schlimmer den kurze Zeit später erkrankte sie an einer Lungenentzündung und Tuberkulose, ihr wurde ein Aufenthalt in einer Lungenklinik im Allgäu verschrieben, dort wurden auch mehrfach epileptische Anfälle dokumentiert. Während diesen Anfällen soll sie auch das erstmal Dämonische Fratzen und Stimmen gehört haben.

Nach dem Aufenthalt in der Klinik kam sie zurück nach Hause, doch hatte sie durch ihre versäumte Schulzeit keine Möglichkeit auf eine Versetzung und musste die Klasse wiederholen. In der neuen Klasse fand sie keinen Anschluss und vereinsamte Zunehmens was zu Depressionen führte.

Anneliese Michel

Besessenheit

Im Frühjahr 1973 begann Anneliese darüber zu klagen das sie ein beständiges Klopfen im Schrank, unter den Fußboden und über der Zimmerdecke hören würde. Sie meinte auch das Stimmen zu ihr sprechen würden. Die Mutter wusste keine anderen Rat, als sie wieder zum Arzt zu schicken, dieser vermutete eine paranoide Psychose. Sie wurde nach Würzburg geschickt zur Behandlung in einer Universätits Klinik für Nerven. Mittlerweile litt sie täglich an Anfalls zustände. Es wurde eine neurotische Depression diagnostiziert und bei einem eine Hirnschädigung im linken Schläfenbereich festgestellt.

Es ist also nicht so das Anneliese Michel plötzlich besessen wurde, sie hatte lange Zeit eine ärztliche Behandlung allerdings würde jeder von uns anfangen zu fragen „warum ich ?“ Grade da sie sehr religiös lebte und keine Sünden beginn, ist es für sie eine sehr harte Prüfung und ich kann mir vorstellen das, wenn die Schulmedizin nicht helfen kann, wir uns alle aus Verzweiflung nach alternativen Erklärungen und Heilungen umsehen.

Anneliese bekam streng religiös während dieser Zeit und nahm einer Wallfahrt der katholischen Kirche nach San Damiano teil. Vielleicht würde der verstärkte glauben an Gott ihr helfen, die Leiterin des Wallfahrtsorts glaubte bei Michel, dass die Ursache spirituelle Probleme sind und veranlasste eine Untersuchung durch einen Geistlichen in Aschaffenburg.Ernst Alt erkannte allerdings keine Besessenheit und verwies erneut auf eine ärztliche Untersuchung. Diese Antwort stellte die Wahlfahrtleiterin allerdings nicht zufrieden, so versuchte sie weiterhin einen Geistlichen zu finden, der an eine Besessenheit glaubte und diesen fand sie in Pater Adolf Rodewyk.

Adolf Rodewyk war Verfasser von zwei Büchern die sich speziell mit Dämonlogie beschäftige und war in katholischen kreisen der Experte wenn es um Besessenheit und Austreibung ging. Er hatte selbst schon häufig einen Exorzismus durchgeführt und war theologischer Berater der Bischofskonferenz.

Im September 1974 stelle er die Diagnose einer spirituellen „Umsessenheit“ bei Anneliese Michel fest, diese bedeutete das Anneliese noch nicht besessen war, sondern von Dämonen bedrängt wurde. Sie sollte sich einen Seelenführer wählen und ein tief Religiöses leben führen. Anneliese wählte daraufhin Ernst Alt als ihren Seelenführer.

Am 1. Juli 1975 sprach Ernst Alt einen ersten Exorzismus über sie, worauf sie nach Aussage der Beobachter mit dem Zerreißen des Rosenkranzes reagiert haben soll. Etwa zu dieser Zeit zog sich Anneliese Michel erstmals in das Haus ihrer Eltern zurück, da sie durch die Anfälle und ihren zwischenzeitlich eingetretenen Gewichtsverlust für die Fortsetzung des Studiums zu schwach war.

Ernst Alt

Studiumzeit

Auf Bitten Ernst Alts stimmte der Würzburger Bischof Josef Stangl erstmals einem kleinen Exorzismus zu, der am 3. August 1975 durchgeführt wurde. Ab diesem Zeitpunkt verschlechterte sich der Geisteszustand Anneliese Michels rapide: Sie fand kaum Schlaf, litt unter starkem Bewegungsdrang, schrie und tobte, begann zu fasten, aß jedoch Insekten. Ernst Alt habe zu diesem Zeitpunkt eine Einweisung in eine Nervenklinik angeraten, was für Anneliese Michel und deren Eltern inakzeptabel gewesen sei. Vor allem die Eltern befürchteten, dass ihr dadurch die Karriere als Lehrerin nicht stattfinden würde.

Am 16. September 1975 ordnete Bischof Stangl schließlich den großen Exorzismus nach dem Rituale Romanum an. Während Exorzismen im Allgemeinen als Schutz vor dem Bösen dienen sollen, ist der große Exorzismus als Ritus für die Teufelsaustreibung an Besessenen vorgesehen. Insgesamt wurden ab dem ersten großen Exorzismus am 24. September 1975 bis zum Tod Michels Anfang Juli 1976 an ihr 67 exorzistische Sitzungen nach dem großen Ritus vorgenommen, Arnold Renz ließ ab der zweiten Sitzung ein Tonbandgerät mitlaufen.

Aus den Tonbandaufzeichnungen geht hervor, dass Michel mit stark veränderter Stimme sprach und immer wieder spontane Schreie ausstieß. Sie benutzte grob unflätige Ausdrücke, welche die Exorzisten Dämonen zuschrieben. Die Exorzisten gaben an, die Besessenheit Michels durch den Dämon Luzifer sowie die „menschlichen Dämonen“ Judas, Nero, Kain, Hitler und Valentin Fleischmann festgestellt zu haben. 

Bei Valentin Fleischmann handelt es sich um einen Priester. Er war von 1572 bis 1575 in der Gemeinde Ettleben tätig und damit ein Vorgänger von Ernst Alt. Valentin Fleischmann soll vier Kinder gehabt haben und Totschläger gewesen sein.  

In den Phasen, in denen Anneliese Michel ihr Studium fortsetzte, pendelte sie zwischen Würzburg und Klingenberg, um Studium und Austreibungen weitgehend nebeneinander betreiben zu können. Dies gelang ihr, ohne größere Aufmerksamkeit zu erregen, da der Kreis der in den Exorzismus eingeweihten Personen bewusst sehr klein gehalten wurde.

Anneliese Michel mit Mutter

Exorzismus

Dies geschah, weil Michel und ihre Familie Arnold Renz so verstanden hatten, dass Bischof Stangl angeordnet habe, dass keinerlei Informationen über den Exorzismus an Dritte weitergegeben werden dürften. Es ging bei Anneliese Michel so weit, dass sie ihre Anfälle weitgehend auf Zeiten beschränkte, in denen nur Eingeweihte anwesend waren, und so der Kreis des Vertrauens gewahrt bleiben konnte.

Mit Beginn der Fastenzeit am 3. März 1976 (Aschermittwoch) stellte Michel die Nahrungsaufnahme gänzlich ein. Sie behauptete, Stimmen hätten ihr das Essen verboten. Ihr geistiger und körperlicher Zustand verschlechterte sich ab diesem Zeitpunkt dramatisch. Zudem marterte sie sich, indem sie zum Beispiel stundenlang kniete oder den Kopf auf den Boden schlug.

Ab Mitte April 1976 konnte Michel das Bett in Würzburg nicht mehr verlassen. Um sie gleichwohl abzuschirmen, kam ihre älteste Schwester in das Wohnheim. Befreundete Kommilitoninnen aus einer Rosenkranzgebetsgruppe berichteten aus dieser Zeit, dass die Schwester unter Hinweis auf anderweitige ärztliche Betreuung das Herbeirufen eines Arztes verhindert habe. Eingeweihte Freundinnen wurden ebenfalls auf das vermeintliche Verschwiegenheitsgebot des Bischofs eingeschworen.

Ab Mai war ein Verbleib Michels in Würzburg nicht mehr tragbar. Ernst Alt holte sie ab und brachte sie zunächst in seine Gemeinde nach Ettleben und dann in das elterliche Haus nach Klingenberg. Ab diesem Zeitpunkt steigerte sie nach Aussage von Ernst Alt und Arnold Renz ihre körperliche Verausgabung abermals: 500 bis 600 Kniebeugen am Tag, Umsichschlagen, Beißen, Kratzen und Selbstverletzungen waren nun die tägliche Regel.

 Anneliese Michel brachte sich in dieser Zeit nach den Aussagen der Anwesenden auf vielfältige Weise schwere Verwundungen bei. So versuchte sie zum Beispiel Löcher in die Wand zu beißen, wobei sie sich einen Zahn abbrach.

In den letzten Wochen ihres Lebens wurde Michel zeitweise ans Bett gefesselt, um weitere Verletzungen zu verhindern. In dieser Zeit bis zu ihrem Tod glaubte sie, die Wundmale von Jesus Christus an sich zu erkennen.So hatte Michel wunde Füße, weil sie zu jener Zeit zu kleine Schuhe trug, wenn sie im Haus umherlief.  

Außerdem wies der Körper offene Druckgeschwüre über den Knien auf, die auf lang andauerndes Knien zurückzuführen waren. Michel war der Überzeugung, dass ihr „der Gnadenakt der Stigmata“ auch an den Händen zuteilwurde, diese jedoch nicht sichtbar seien: Der Heiland habe diese auf ihre Bitten nicht aufbrechen lassen, damit sie ihre Examensarbeit fertigstellen könne.

Anneliese Michel während eines Exorzismus

Aller Wahrscheinlichkeit nach beruhten sämtliche sichtbaren Verletzungen auf Selbstgeißelungen oder unkontrollierten Handlungen während spontaner Anfälle. Die Verletzungen sind auf vielen Fotos dokumentiert.

Das Ende

Am 30. Juni 1976 wurde letztmals der Exorzismus an Michel durchgeführt. Sie starb am 1. Juli 1976 an den Folgen des schlechten Ernährungszustands und der hochgradigen Abmagerung. Bei der noch am Todestag durchgeführten Obduktion wurde zudem eine Lungenentzündung festgestellt, die ihren Zustand in der Endphase weiter verschlechtert hatte. Eine pathologische Veränderung im Schläfenlappenbereich ließ sich nicht feststellen, allerdings ist dies kein Beleg dafür, dass sie keine Epilepsie hatte. Bei ihrem Tod wog sie nur noch 31 kg bei einer Körpergröße von 1,66 m.

Es ist wirklich tragisch das in diesem Fall geistliche sowie die Eltern einfach dabei zugesehen haben wie das eine Kind verhungert ist. Das ganze blieb auch nicht so auf sich sitzen, sondern es folgte ein großer Aufschrei in der Presse sowie eine Gerichtsverhandlung in denen alle beteiligten Angeklagt wurden mit „fahrlässiger Tötung durch Unterlassung“.

Wie immer schiebt der eine die Schuld auf die jeweils anderen, so berufen sich die Eltern darauf ihr Kind in die Obhut geistreicher gegeben zu haben, die Priester allerdings schuben die Verantwortung auf die Eltern, schließlich sei es keine geistige Angelegenheit für die Ernährung des Kindes so sorgen, sondern die der Eltern.

Ein Gutachter stellte fest das Anneliese an eptileptischen Anfallsleiden gelitten hätte und die Krankheit sich durch Medikamente anders weit verlagert hat und zu einer paranoiden Psychose wurde. Der Zustand hätte sich durch die Suggestion der bessenheit noch verstärkt des Weiteren hätte die Magersucht schließlich zum Tode geführt.

Der Tod Annelise Michels hätte verhindert werden können durch ein rechtzeitiges Hinzuziehen eines Arztes sowie medikamentöse und psychotherapeutische Behandlung, zuletzt durch die Einleitung einer Zwangsernährung. Zu diesen Zeitpunkt wäre auch eine Zwangs Einweisung möglich da Anneliese durch ihre Geisteskrankheit, im höchsten maße eine Gefahr für sich selbst gewesen wäre.

Das Urteil wurde am 19. April 1978 gesprochen, die Geistlichen haben eine Strafe von jeweils 120 Tagessätzen zu zahlen und die Eltern haben keine Strafe erhalten. Sie sein durch den Verlust der Tochter schon bestraft genug gewesen. Der Grund für das milde Urteil ist „das alle beteiligten unumstößlich an die Existenz des Teufels glaubten.“ Die Priester schlossen damit ab das Urteil einzig eine Angelegenheit von Gott ist, weltliche Gerichte sein in diesen Fall nicht zuständig.“

Anneliese Michel ist mit 23 Jahren, gefesselt an ihrem Bett verhungert.

Was denkt ihr ? War Anneliese Michel wirklich besessen oder einfach nur Psychologisch Krank in einen Wahn das der Teufel über sie Kontrolle hätte. Warum haben alle beteiligten zugesehen wie sie langsam verhungert ist ? Es würde mich sehr interessieren wie ihr das ganze seht !

Vielen Dank auch an alle Kanalmitglieder die diese Folge möglich gemacht haben, wenn ihr unseren Kanal aktiv unterstützen wollt, für neue Videos dann könnt ihr gerne auf Youtube eine Kanalmitgliedschaft abschließen. Bis dahin vielen Dank und bleibt gesund euer Mike von Horror Lost Places.

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